Frauen Kunst Wissenschaft - Halbjahreszeitschrift
 
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Call for Paper für das Tagungsvorhaben: "Der defekte Künstler - der imperfekte Autor. Neue Sichtweisen auf den männlichen Künstler" Die Männlichkeitsforschung, die in den Geschichtswissenschaften und der Soziologie bereits ein größeres Feld einnimmt, hält nun auch Einzug in der Kunstgeschichte. Bislang hat man sich auf die Themenbereiche der Künstlermythen und Männlichkeitsbilder konzentriert und erste ergebnisreiche Konferenzen und Publikationen realisiert. Dieses Tagungsvorhaben möchte nun das Augenmerk auf den Künstler als "Autor" richten. Dabei steht die Autorschaft im Mittelpunkt, die den Künstler seit der Biographik in der Renaissance in ein auratisches Wesen mit nie versiegender Kreativität und stetem Gelingen verwandelt hat. Seit der Moderne schliesst dieser Entwurf das "verkannte Genie", seit der Postmoderne den des "verschwundenen Autors" mit ein. Schaut man hinter dieses Konstrukt, so offenbaren sich meist völlig andere, gegenteilige Konstellationen , die man mit dem Terminus "Defekt" zusammenfassen kann. Der Defekt im Lebensentwurf, Handeln und Wirken männlicher Künstler äußert sich auf vielerlei Art, so als physisches Handicap, Blockade, Fehlsteuerung und Versagen der Kreativität, als psychische Einschränkung durch Mißerfolge und Erfolge oder auch als autodestruktives Handeln. Die geplante Tagung visiert kein Défilé von besonders anrührigen oder effekthascherischen Künstlerdefekten an. Vielmehr soll danach gefragt werden, was sich aus dem Defekt tradiert. Ist es er, der für die Popularität des Künstlers sorgt und die Nähe zum Publikum herstellt? Motiviert er zum kreativen Höhenflug und zur Öffentlichkeitswirksamen Selbstinszenierung im Versuch, ihn zu überwinden? Oder ist er für eine letztendliche Zerstörung von Karriere, Werdegang und Leben verantwortlich? Erweist sich der Defekt etwa als unsichtbare Seite des männlichen Künstlerbildes und -mythos, die diese seit über 500 Jahren trotz vehementer Dekonstruktionen aufrechterhalten hat? Um ein breites Spektrum an möglichen Antworten und zugleich den Forschungsstand zu erschliessen, finden Vorträge zu allen Kunstsparten: bildende und darstellende Künste, Film, Literatur, Musik und Architektur Berücksichtigung. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wird ein zweiter Kongress im Sommer 2005 im Kulturzentrum BASF Schwarzheide folgen. InteressentInnen werden gebeten, bis zum 19.9.2004 einen Themenvorschlag (1.800 Zeichen) zu einem oder mehreren Künstlern,auch Künstlergruppen, seit der Moderne einzureichen. Tagungstermin: 17.-18.12.2004 Ort: BTU Cottbus Konditionen: Reise- und Übernachtungskosten, evtl. auch eine Aufwandsentschädigung Kontakt: Dr. Carola Muysers BTU Cottbus LS Kunstgeschichte LG2d/115 03046 Cottbus Tel. 0355 692989 und 030 78955498 Muysers@tu-cottbus.de und Muysers@diefu.de
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