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Repräsentationen von ”Homoemotionalität” im 18. Jahrhunder

Deadline: 30. November 2005

Die Tagung widmet sich einem in der europäischen Kultur des 18. Jahrhunderts vieldiskutierten Phänomen, der gleichgeschlechtlichen Zuneigung. Diese auf das gleiche Geschlecht bezogene Emotionalität wurde auf sehr unterschiedliche Weise verhandelt bis lediglich stumm praktiziert. Immerhin aber zeugen von deren deutlicher Präsenz im 18. Jahrhundert sowohl zahlreiche Bilder, als auch literarische Produkte wie Tagebuchaufzeichnungen, Briefe, Romane und Erzählungen. Im Rahmen der Tagung sollen ausschließlich geschlechter- und oder queertheoretisch reflektierte Untersuchungen zur Homoemotionalität im 18. Jahrhundert diskutiert werden. Die Frage der Begrifflichkeit von gleichgeschlechtlichen Beziehungen vor der Prägung der Begriffe homosexuell/lesbisch wird im Rahmen der Queer- und Geschlechterforschung unterschiedlich verhandelt. Die große Bandbreite der Modi gleichgeschlechtlicher Bündnisse im 18. Jahrhundert legt es nahe, auch bei einer Untersuchung dieser als historische Phänomene, von einem heterogenen Verständnis dieser Beziehungen auszugehen, egal welcher Begriff – Freundschaft, Liebe oder Begehren – dann jeweils gewählt wird. Die Tagung macht es sich zur Aufgabe, den gängigen eingeschränkten Blick auf die westeuropäischen Kulturen zu erweitern, indem ein Schwerpunkt auf Arbeiten zu osteuropäischen Kulturen liegt. Es soll um einen auf Europa bezogenen interkulturellen und interdisziplinären Austausch über Darstellungen von Homoemotionalität gehen. Wir sind an Tagungsbeiträgen aus so verschiedenen Bereichen wie beispielsweise der Kunstgeschichte, der Literaturwissenschaft (z.B. der Slawistik, Germanistik, Romanistik, Anglistik etc.), der Kulturwissenschaft, Soziologie, Geschichte, Theater- und Musikwissenschaft interessiert.

Mögliche Fragestellungen, auf die Bezug genommen werden könnte, wären:
-Welche Codes wurden in den unterschiedlichen Medien verwendet, um Zuneigung zu transportieren?
-Welchen Stellenwert nahmen die einzelnen Medien – z.B. Briefe versus Porträts – im Rahmen der Praxis gleichgeschlechtlicher Beziehungen ein?
-Wie wurden diese Medien gebraucht und wie wurde mit ihnen nach dem Tod der Personen verfahren?
-Was existierten für schichten-, kultur-, geschlechter- und machtpositionsabhängige Debatten?
-Lassen sich die unterschiedlichen Formen gleichgeschlechtlicher Zuneigung überhaupt in einem Ordnungssystem unterbringen oder konnten z.B. intensive weibliche Beziehungsgeflechte an den Höfen im 18. Jahrhundert auch politisch motiviert sein und auf die Erweiterung von Handlungsspielräumen abzielen?
Abstracts sind bis zum 30. November 2005 zu schicken an: Mechthild Auerbach auerbach@rz.uni-leipzig.de.
Weitere Informationen können Sie ebenfalls unter dieser Adresse erfragen.
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