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Die Kleinskulpturen aus getrockneten und konservierten Radieschen beziehen sich auf das biblische Gleichnis "Die klugen und törichten Jungfrauen" (Matthäus 25, 1-13). Der Künstlerin geht es um die Frage des "richtigen Lebens", die, wenn überhaupt, nur durch das Leben selbst beantwortet, also durch Gelingen und Scheitern erlebt werden kann. Auf das Thema kam sie, weil sie am Magdeburger Dom die in Stein gehauenen Skulpturen ebendieser zehn Jungfrauen sah und davon sehr fasziniert war, nicht nur von der bildhauerischen Finesse und Eigenart, sondern auch von der außerordentlichen Lebendigkeit und Ausdrucksstärke der Gesichter und Posen der zehn Damen. Darüber hinaus war sie sich erst gar nicht im Klaren, welches denn nun die klugen und welches die törichten Jungfrauen waren, denn die klugen wirkten in ihrem Lächeln, um nicht zu sagen Grinsen, eher (hinter)listig und gemein und ihre Gesten anzüglich, während die törichten - traurig, reuig und hemmungslos weinend - zwar offenbar dumm, aber wenigstens grundehrlich zu sein schienen. Diese Ambivalenz gefiel der Künstlerin, und so griff sie das Thema in ihrer gewohnt humoristischen Art auf.
Geboren wurde Isabelle Krieg 1971 in Freiburg (CH). Sie entschied sich erst spät, nach einer Grundausbildung in Visueller Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern, für die bildende Kunst. 1999 erhielt sie das Berliner Atelier des Kantons Freiburg zugesprochen: das war eine Bestätigung der ersten Versuche und der Startschuss, mit der bildenden Kunst ernstzumachen. Wie schon für viele vor ihr wird die Stadt für ein paar Jahre ihr Lebensraum. Hier fand sie auch ein ideales Terrain für ihre Kunst. Danach folgten ein Atelierstipendium im Kulturzentrum Nairs in Scuol und eines im Schweizer Institut in Rom, bevor sie sich 2004 in Zürich niederliess. Ab und zu aber begibt sie sich noch immer für ein paar Monate zum Arbeiten in ihre Zweitheimat Berlin.
Mehr zu Isabelle Krieg auf ihrer Webseite: www.isabellekrieg.ch
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